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Produktbeschreibung
20.02.2026  |  13x
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Kupferrecycling: Umwelt und Wirtschaft sagen Danke

Die Aufbereitung von Kupferschrotten beinhaltet viele sauber aufeinander abgestimmte Prozesse. Bei der Füllstandmesstechnik verlassen sich die Montanwerke Brixlegg auf die Radartechnik von VEGA
Auf über 550 Jahre Unternehmensgeschichte zurückblicken, können wohl die wenigsten Unternehmen. Erstmals tauchte die Kupfer-Silberhütte Brixlegg 1463 in den Urkunden auf. Bis ins 20. Jahrhundert wurden dort Kupfer- und Silbererze gefördert und zu Reinmetallen raffiniert. Seit 1890 setzt man zunehmend auf kupferhaltige Sekundärmaterialien anstelle von Erzen als Rohstoff. „Lagen damals die Herausforderungen eher in rein bergmännischen Aufgaben, tragen wir heute Verantwortung für ein gutes Zusammenspiel von Mensch, Umwelt und Wirtschaft“, erklärt Patrick Oberladstätter, Leiter der Elektrotechnik bei Montanwerke Brixlegg in Tirol.

Heute ist die Montanwerke Brixlegg AG mit über 350 Mitarbeitern ein 100%iger Upcyclingbetrieb und einer der wichtigsten Industriebetriebe in Westösterreich. Das Werk in Brixlegg gilt als Spezialist für Kupferrecycling und die damit verbundene Kupferraffination. Mehr noch: Das Tiroler Unternehmen prescht auch beim Klimaschutz vor – hier wird das weltweit klimafreundlichste Kupfer mit den niedrigsten CO2-Emissionen, 100 % Recycling-Rohstoffen und 100 % erneuerbarer Energie für den Strombedarf produziert. „Damit leisten wir nicht nur Pionierarbeit für den heutigen Bedarf, sondern schaffen schon jetzt als die Ersten in der Wertschöpfungskette die Voraussetzungen für die Klimaneutralität der Zukunft“, so Oberladstätter.

Aus Schrott werden wertvolle Rohstoffe

Als Rohstoffe werden kupferhaltige Stäube, Aschen, Schreddermaterialien, Schlämme und Rücklaufschlacken mit Kupfergehalten zwischen 15 und 60 % eingesetzt, auch Legierungsschrotte wie Messing, Bronze und Rotguss mit Kupfergehalten zwischen 60 und 80 % gehören dazu. Raffiniermaterialien sowie gehäckselte und sortierte elektrische Leitungen weisen einen Kupfer-Gehalt von etwa 80 - 99 % auf. Hochreine Rücklaufschrotte aus der Halbzeugfertigung werden dagegen ohne Raffination direkt in der Gießerei eingesetzt. Neben diesen festen Rohstoffen werden Kupferchloridlösungen aus der Elektronikindustrie aufgearbeitet.
Aus den Rohstoffen werden neben Kupfer zahlreiche andere Metalle wie Nickel, Zink, Zinn und Edelmetalle gewonnen. Die so erzeugten Kupferkathoden, Rundbolzen, Walzplatten und Edelmetalle sind dann wertvoller Rohstoff für unterschiedliche Anwendungen in der Elektroindustrie, Bauindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau, im Hightech-Bereich sowie in der Galvanotechnik und Landwirtschaft.

Sensor trotz rauen Umgebungsbedingungen

Ohne zuverlässige und robuste Messtechnik wären die fein abgestimmten Produktionsprozesse nicht möglich. So sind seit langem VEGA-Geräte im Einsatz; die Zusammenarbeit hat sich aber seit 2016 stark intensiviert. „Die Spezialisierung von VEGA auf die Druck- und Füllstandmessung bewährt sich meiner Meinung nach. Wir sind von der Qualität und der Handhabung begeistert, daher setzen wir bei kontinuierlichen Füllstandmessungen auf den VEGAPULS“, so die Bilanz von Oberladstätter. Seit der Markteinführung der VEGAPULS 21-Geräte im Jahr 2020 wurden fast 50 Sensoren der kompakten Sensorserie eingebaut. Diese werden in diversen sensiblen Chemieanwendungen, etwa für die Messung von Säuren, Laugen, Kalkmilch etc. eingesetzt. Als Beispiel kann hier die kontinuierliche Messung der säurehaltigen Flüssigkeiten im Elektrolysebereich genannt werden, die zur optimalen Nutzung und Steuerung der Pumpen von höchster Wichtigkeit im Betrieb sind.
Zusätzlich sind als Überfüllsicherungen zahlreiche VEGASWING 61 und 63 verbaut. In letzter Zeit wurden mehr NAMUR-Ausführungen eingebaut, da eine wiederkehrende Prüfung über die Prüftaste am VEGATOR eine wesentliche Erleichterung bringt. Mit dieser NAMUR-Elektronik ist nicht nur eine sehr einfache Verkabelung möglich, sondern auch die Überprüfung des Sensors über die Prüftaste am VEGATOR im Schaltschrank. Dazu muss also nicht mehr auf den Behälter gestiegen werden; auch der Ausbau der Geräte zur Überprüfung fällt weg. Dies wiederum bringt eine wesentliche Zeitersparnis und auch erhöhte Personensicherheit mit sich. Der VEGASWING erfasst die Grenzstände im Behälter und leitet diese an das Steuergerät VEGATOR weiter. Der Messwert wird durch einen Abgleich im Steuergerät an die individuellen Bedingungen der Messstelle angepasst. Dieser wird im Display angezeigt und über die integrierten Stromausgänge ausgegeben. Dadurch können die Grenzstandsignale auch für einfache Regelaufgaben verwendet werden. Zudem wird der Signalstromkreis auf Leitungsunterbrechung und Leitungskurzschluss überwacht.

Überwacht den Füllstand im Schachtofen

Ein ganz besonderer Einsatzort für die kontinuierliche Füllstandmessung ist der Schachtofen: Hierin werden über einen Förderer die Schrottpakete eingebracht. Neben den erhöhten Umgebungstemperaturen, der Hitze im Prozess sorgen auch Staub und Vibrationen für täglich neue Herausforderungen für diese Messtechnik. Bis Dezember 2021 kam an dieser Stelle eine radiometrische Messung zur Min.-/ Max.-Überwachung zum Einsatz, die jedoch keine zuverlässigen Werte lieferte. Mit dieser Methode war lediglich eine punktförmige Überwachung möglich. Darüber hinaus wollte man die Strahlenquelle vermeiden.
„Wir müssen aber die Füllhöhe genau überwachen, um den optimalen Füllstand zu halten“, erklärt Oberladstätter. Der gleichmäßige Zustrom des Produktmixes ist außerordentlich wichtig für den gesamten Prozess. Die besondere Situation: Es muss immer Produkt im Verbrennungsraum sein, ansonsten könnte das Feuer zurückschlagen und großen Schaden anrichten. Hier ermöglicht die kontinuierliche Messung durch die VEGA-Sensoren die gleichmäßige Aufgabe der Schrottpakete. „Vor dem Einbau dieser Einrichtung kam es immer wieder zu einer zu großen Entleerung des Schachtofens und somit zu Schäden am Ofen durch zu hohe Temperaturen“, so Oberladstätter.

Nun hält der Radarsensor VEGAPULS den Füllstand im Schachtofen genau auf dem optimalen Punkt. Mithilfe eines 45°-Spiegels wird die Füllhöhe des Schachtofens vom außen montierten VEGAPULS im Ofen gemessen. Der Sensor wurde Ende Dezember 2021 von Oberladstätter und seinem Team installiert und in Betrieb genommen. Die Feinjustierung übernahm ein VEGA-Ingenieur.

Der VEGAPULS lässt sich von den rauen Bedingungen wenig beeinflussen, auch die Ablagerungen im Schacht stören bei der Messung nicht. Dies liegt an dem sehr geringen Abstrahlwinkel des Sensors von 4°. Dadurch kann der Sensor selbst in engen Schächten mit Einbauten oder bei Anhaftungen an der Schachtwand sicher eingesetzt werden, weil der Messstrahl einfach daran vorbei gleitet.

Störsignale eliminieren

Zwei Aspekte spielten bei der Auswahl eine Rolle. Zum einen kommt der VEGAPULS auch mit den hohen Temperaturen zurecht. So herrscht im Ofen eine Prozesstemperatur bis ca. 200 °C und auch in der Umgebung ist es mit 50 °C noch heiß. Zum anderen ist der VEGAPULS für Messungen im Nahbereich optimiert. Gleichzeitig ist der Sensor unempfindlich gegenüber Ablagerungen – im rauen Umfeld des Ofens extrem wichtig. Eine spezielle Verarbeitung von Reflexionen im Nahbereich ermöglicht es, die Einflüsse von Störsignalen direkt vor dem Antennensystem zu reduzieren. Die hohe Fokussierung des Sendesignals bietet weitere Vorteile. Der wichtigste ist, dass sich das eigentliche Messsignal von Störsignalen besser trennen lässt und selbst kleinste Reflexionssignale noch erfasst werden.
Neben den Vorteilen im Prozess und der hohen Messgenauigkeit waren es aber auch ganz praktische Überlegungen, die die Betriebsmannschaft rund um Oberladstätter von der VEGA-Technologie überzeugten. Dazu gehören etwa die einfache Installation und Instandhaltung, der Preis und Service. So lassen sich VEGA-Sensoren über ein Smartphone bequem via Bluetooth einstellen – ideal für raue Umgebungen, Ex-Bereiche oder schlecht zugängliche Messorte. Daher war der VEGAPULS auch im Schachtofen dank Bluetooth und der intuitiven Bedienstruktur schnell installiert. Über die Eingabe der Seriennummer lassen sich zudem alle relevanten Informationen zum VEGA-Gerät abrufen. Dies erleichtert spätere Wartungsaufgaben.

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